Waldmeister - Flopp und Topp
Mein erster selbstgemachter Waldmeistersirup vor ein paar Jahren war auch eher gewöhnungsbedürftig. - Also für mich. Ich war diese herrlich-grüne Chemie einfach zu sehr gewöhnt. Mittlerweile kaufe ich sehr selten Waldmeistersirup und stelle stattdessen mehrere Sachen selbst aus Waldmeister her.
In den letzten Jahren habe ich jedes Jahr eine große Portion Eis gemacht, dieses Jahr wollte ich mal andere Dinge ausprobieren. Ich habe in einer Kräutergruppe bei Facebook nach Ideen gefragt und habe mich siegessicher an Waldmeisterzucker gewagt. Der hält sich ja lange und ist auch ein tolles Geschenk für andere Waldmeisterliebhaber.
Mein erster Waldmeisterzucker war allerdings ein Flopp. - Leider. Dabei ist es an sich so einfach: Das Kraut schneiden. Dann entweder erst welken lassen und dann mit Zucker mischen, oder das Kraut mit dem Zucker mischen und so welken, bzw trocknen lassen. Wenn das Ganze trocken ist, pulverrisieren, damit das Kraut nicht mehr in ganzen Trieben im Zucker ist.
Ich war begeistert von meinem Zucker - bis er eine Stunde alt war und ich ihn freudestrahlend einer Freundin präsentiert habe:
"Riech mal!"
"Was ist das? Gras?"
"Na, dann probier mal!"
"Gras?"
Tatsächlich, mein Waldmeisterzucker roch innerhalb von einer Stunde nach Gras und schmeckte nur bitter.
Ich habe dann erfahren, dass Waldmeister Cumarin enthält, das geschmacklich dem Gras sehr nahe kommt und dass das Pulverisieren mit dem Blender / Thermomix oder ähnlichem dazu führen kann, dass das Kraut bitter wird.
Wenn ich also das nächste Mal Waldmeisterzucker ausprobiere, werde ich es anders machen:
Das Kraut schneiden und erst welken lassen, bis es aromatisch riecht.
Dann den Waldmeister mit dem Zucker mischen, ein paar Tage einfach ziehen lassen und dann im Mörser zerkleinern. Das sollte klappen.
Leider kann ich es im Moment nicht mehr ausprobieren, da dieFläche, auf der bei uns Waldmeister wächst, nicht mehr sehr groß ist und ich gerne noch etwas gelingsicheres aus dem Bestand machen würde: Waldmeistergelee.
In den letzten Jahren habe ich für mein Eis schon angewelkten Waldmeister in Apfelsaft ziehen lassen. Diesen Waldmeister-Apfelsaft mal nicht für Eis zu nutzen, sondern daraus ein Gelee zu kochen klingt für mich dadurch natürlich nach etwas, das gelingt.
Los gehts:
Der geschnittene Waldmeister durfte erst einmal vor sich hin welken. Leider ist es ja immer noch so kalt, dass das seine Zeit braucht. Die welken, gut riechenden Triebe habe ich dann in einer Flasche mit Apfelsaft aufgegossen. Von der Menge her "so nach Gefühl". Der Saft stand bei mir dann einen Tag bei Raumtemperatur und danach ein paar Tage im Kühlschrank, bevor er abgeseiht wurde. Mit Gelierzucker 2:1 wurde nach der Anweisung auf der Packung dann ein Gelee gezaubert. - Lecker!




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